"Wellness-Behandlung" für Feuerwehrmann Sam

Eventuell kennt ihr unsere große Kunststoff-Figur von „Feuerwehrmann Sam“. Sie fährt als „Ausstellungsstück“ auf dem Info-Anhänger der Landesjugendfeuerwehr mit und hat schon unzählige Feuerwehrveranstaltungen im ganzen Land besucht. Das hat Sam sichtbar mitgenommen: Unzählige Kratzer und Beulen hat er davongetragen und an seinen Armen und Beinen hatte er bereits mehrere „Schrauben locker“.

Im September 2017 wurde Sam in die Ausbildungswerkstatt des Mercedes-Benz-Werks in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) gebracht. Rund 2.000 Menschen arbeiten in dem riesigen Automobilwerk. Insgesamt 115 Azubis werden hier in 4 verschiedenen Berufen ausgebildet. Wir haben uns für euch über die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer schlau gemacht, als wir unseren Sam im Januar 2018 dort wieder abgeholt haben. Er sieht sichtbar „erholt“ aus und erstrahlt in neuem Glanz (bzw. Lack).

Wir haben uns sehr gefreut, dass sich die Auszubildenden Anna, Jasmin, Lina, Fritz, Justin, Patrick und Jan die Zeit genommen haben für einen Rundgang durch die Werkstatt und ein kurzes Interview mit Sebastian:

Welche Unterschiede gibt zwischen der Arbeit an Autoteilen und so einer Kunststoff-Figur?

„Man muss zuerst den Unterschied zwischen Kunststoff und Metall beachten. Da gelten andere Regeln, zum Beispiel beim Schleifen. Es war auf jeden Fall eine abwechslungsreiche Herausforderung.“

Und welche technischen Hilfsmittel und Werkzeuge benutzt man?

„Es waren große Risse im Kunststoff, die erstmal angebohrt werden mussten damit das Material nicht weiter kaputt geht. Dann wurden sie mit Spachtelmasse verfüllt. Es kamen auch verschiedene Schleifmaterialien und Grundierungen zum Einsatz.“

Was würdest du sagen, wie dein Ausbilder die Qualität eurer Arbeit findet?

„Ich denke, gut. Er war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Welche anderen speziellen Aufträge habt ihr als 
Azubis, abgesehen von Autoreparaturen?

„Zum Beispiel Holztische. Die wurden zuerst geschliffen, lasiert und dann mit Klarhack behandelt.“

Wow, die sehen gut aus. Also lernt ihr, mit vielen verschiedenen Oberflächen und Materialien zu arbeiten?

„Ja, genau.“

[An die Mädchen gewandt] „Fahrzeuglackierer“ klingt für mich nach einem typischen Männerberuf. Was macht es für euch so interessant, diesen Beruf zu erlernen?

„Er ist trotzdem sehr kreativ. Und es kommt auch auf eine gute Technik und Feinmotorik an, nicht nur auf Kraft oder so.“

Nehmen wir an, ein Schüler fragt dich, was diese Ausbildung so besonders macht. Was würdest du ihm antworten?

„Naja, man sieht sofort ein Ergebnis und jeder sieht, was man am Ende des Tages geschafft hat. Wenn das Auto neu lackiert ist, sieht das jeder. Wenn nur am Motor irgendwas repariert wurde, kann man das von außen nicht sehen.“

Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ihr seid jetzt bereits im 3. Lehrjahr. Welche besonderen Erlebnisse hattet ihr in dieser Zeit ?

„Mein absolutes Highlight war ein 3 Wochen langes Praktikum in Frankreich. Das war sehr interessant, dort mal in einer anderen Werkstatt zu arbeiten.“

Welche Wünsche und Vorstellungen habt ihr für die Zeit nach der Ausbildung?

„Ich würde gern eine Weile hier im Werk arbeiten. 
Mein Traum ist aber das Restaurieren von Oldtimern. Das möchte ich unbedingt mal machen.“ „Mal sehen. Vielleicht gehe ich später sogar zur Feuerwehr.“

Cool! Das war genau die richtige Antwort! [Gelächter]

Drei Fragen an Ingo Schulz, Ausbildungsmeister 
für Fahrzeuglackierer bei der Mercedes-Benz 
Ludwigsfelde GmbH


Was kann ich als Schülerin oder Schüler tun, wenn ich mir nicht sicher bin ob die Ausbildung zu mir passt?

"Da wäre wohl ein Schülerpraktikum ideal. Schaut euch zuerst unsere Karriere-Seite an (daimler.com/karriere), holt euch erste Informationen und bewerbt euch bei Interesse direkt online. Hier muss ein kleiner Test absolviert werden. Ein weiterer Test folgt dann vor Ort, nach der Einladung ins Ausbildungszentrum."

Wie lange dauert so ein Praktikum?

"In der Regel 2 bis 3 Wochen. Man kann sich in dieser Zeit verschiedene Berufe und Abteilungen ansehen. Unter anderem auch die Werkfeuerwehr."

Lacke und Farben gelten ja nicht gerade als gesund und umweltfreundlich. Ist das auch ein Thema in der Ausbildung?

„Ja sicher. Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz haben bei uns oberste Priorität. Wir halten selbstverständlich alle strengen gesetzlichen Vorgaben ein, sodass hier ein Höchstmaß an Sicherheit herrscht.“

Vielen Dank für das Interview und vor allem 
vielen Dank für die großartige Arbeit!

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